, Wilms Jonas

FREUNDE der Sonne - Teil 1

Der Bau der Solaranlage auf dem Dach des Domus7 nimmt fahrt auf.

Während an der Hochschule die Klausurenphase voll in Fahrt ist, hat auch der Bau der Solaranlage im Domus7 Fahrt aufgenommen - mit dem Ziel, einen Teil der Stromversorgung der 172 Bewohner zu decken, um in Zeiten von steigenden Strompreisen auch weiterhin bezahlbaren Wohnraum für Studierende in Karlsruhe anzubieten. Für alle Interessierten hier ein kleiner Überblick, was bisher geschah:

Materialtransport aufs Dach (16.12. & 16.02.):

Als erster Schritt wurde von vielen Helfern aus dem Haus die gelieferten Solarmodule (sehr stoßempfindlich), Batterien (sehr schwer), Wechselrichter (sehr teuer) und Profile (sehr lang) ins 7te Stockwerk transportiert - insbesondere der Profil-Transport wurde zum Profi-Transport, die Profile wurden über die Feuertreppe nach oben hochgereicht. 


Profi-Profil-Transport - Materiallager im Dachsaal

Anschluss an die Hauptverteilung (12.01. & 4.02.):

Um den Strom von der Solaranlage im Haus zu verteilen, wurde eine Leitung von Dach in den Keller gezogen - hierbei musste das ein oder andere Brandschott geöffnet werden um Platz für die Leitung zu schaffen - um bestehende Leitungen nicht zu beschädigen teils per Hand mit Meißel und Hammer. Der folgende Anschluss der Leitung an die Hauptverteilung durch den Elektriker um 11:00 sorgte dann für eine Nachtschicht des Internettutoriats - nach dem Stromausfall im ganzen Haus, wollte einer der Server im Serverraum nicht mehr so richtig hochfahren - eine SD Karte war beim Neustart ausgefallen. Nach dem Tausch der defekten SD Karte (bzw. einem Rückfall von RAID 1 auf RAID 0) startete der Server um 22:58 wieder und das D7 war wieder online. 


Freimeißeln von Brandschotts - Internettutoren schauen Server beim Starten zu

Installation von Wechselrichtern, Batterien und Sensoren (16.02. - ongoing):

Als nächster Schritt wurde auf dem Dach-Dach (Wohnheims-Slang für das 8te Stockwerk) 3 Wechselrichter installiert um den Gleichstrom der Solar-Module ins Wechselstrom-Netz einzuspeisen. Außerdem wurden 8 Lithium-Eisenphosphat-Batterien á 2.56kWh Kapazität installiert, um die Effektivität der Anlage bei schwankender Produktion und Abnahme zu erhöhen und um an sonnigen Tagen auch Energie für die Nacht zu speichern. Diese sind bei 2 täglichen Lade-Entlade-Zyklen auf 10 Jahre Betrieb ausgelegt. Des Weiteren wurde Platz geschaffen für die Solarmodule durch kleinere Umbauten an der Lüftungsanlage und Temperatursensoren und ein Pyrometer wurden installiert um die Anlage später zu überwachen. 

Batterien (links) und Sicherungskasten (rechts) - Wechselrichter (noch ohne Anschluss)
 
Auch das unbeständige Wetter konnte die Arbeiten nicht stoppen, trotz Wind und Regen wurde weitergearbeitet. Auf den Regen folgte Sonne, und ein Regenbogen spannte sich symbolträchtig auf zwischen dem Parkplatz des Domus7 und dem Steinbeis-Haus der Hochschule.  Vom Dach des Domus7 sieht man auch gut das Reinhafen-Dampfkarftwerk, das mit der Verbrennung von Gas und Kohle das Domus7 (noch) mit Strom und Fernwärme versorgt - und dabei gut sichtbar CO2 in großen Mengen ausstößt. Ein Anblick, der hoffentlich eines Tages Geschichte ist. 
 
 

Arbeiten trotz 2°C - Regen  - vollständiger Regenbogen zwischen Domus7 und Hochschule
Das Reinhafen-Dampfkraftwerk